Man soll ja über seinen Frust "erstmal schlafen", bevor man "los brüllt".
Gestern war ich ja, wie berichtet bei diesem Bürgerforum zum Thema Bildung von Minister Wiederkehr und dort war ein sehr gemischtes Publikum von Pädagoginnen, Schulleitern, Schülerinnen und Schülern und Elternvertretern, Initiativen und ein paar Eltern.
Es entstand schon auch der Eindruck von wegen "die Einen gegen die Anderen".
Es ist ganz klar, dass man nicht immer einer Meinung sein kann, aber dies kann und sollte man auf Augenhöhe austragen.
In dem Workshop in dem ich mich befunden habe, da gab es z. B. eine Schulleiterin, die unbedingt darauf beharrt hat, dass Ganztagsschulen für alle die beste Lösung sei.
Ich musste dem widersprechen, was ihr überhaupt nicht gefallen hat.
Auch die Aussage, dass Eltern arbeiten gehen sollen und sich nicht um die Schule kümmern sollen und die Kinder der Schule überlassen sollten, fand ich dreist!
Was soll das?
Genau dann kann Schule leider nicht für ALLE funktionieren.
Natürlich haben sich Eltern nicht in den Schulalltag einzumischen und ja, Eltern können anstrengend sein und haben manchmal Forderungen und Wünsche, die einfach nicht machbar sind, aber es entsteht immer wieder der Eindruck, dass man Eltern gezielt aushebeln möchte und das ist definitiv der falsche Weg. Es braucht ein funktionierendes Miteinander von Kind, Pädagogen und Eltern, nur so kann man die besten Bedingungen für Kinder schaffen und es gibt Beispiele, wo das unglaublich gut funktioniert!
Des weiteren können eben NICHT ALLE Kinder einen ganzen Schultag durchstehen, wie gestern behauptet wurde. Das ist nicht nur "reine Gewöhnungssache". Manchen Kindern ist es NICHT möglich und wieder werden hier Bedürfnisse bewusst ignoriert, dabei geht es doch bei dieser Debatte um das Wohl ALLER Kinder, oder? Kindern sollte man die Zeit geben die sie brauchen und auch dort fördern wo sie gut sind.
Wie hat es Claudia Lettner gestern so gut formuliert, auch unter Kindern mit Behinderungen gibt es eventuell zukünftige Steuerzahler. Dafür braucht es aber das Recht seine Potentiale ausschöpfen zu können und individuelle Fördermöglichkeiten.
Das Thema Sonderschule kam leider auch nicht zur Sprache, dabei sollte man auch hier mal gründlich drüber schauen.
Nicht jedes Kind mit Behinderungen wird einen Bildungsabschluss erreichen können, aber es gibt sie, es braucht nur auch die Möglichkeiten dafür. Da gäbe es in diesem Bereich so viel zu diskutieren und drüber zu schauen, aber man will dieses sehr emotional behaftete Thema weiter ignorieren.
Bildungsminister Wiederkehr war zwar gestern der Ansicht, dass es Inklusion brauche, aber es stand nicht zur Diskussion. Weder eine Umsetzung, noch eine Verbesserung noch sonst irgendwas.Das ist leider zu wenig!!
Denn, wir haben in Österreich eine Bildungspflicht für ALLE bis 18!
Eltern werden hier vor die oft unlösbare Aufgabe gestellt dafür zu sorgen.
Es müsste aber der Bildungsminister dafür Sorge tragen, dass diese Bildungspflicht für ALLE ermöglicht wird.
FAZIT: leider ein "ungenügend" für Kinder mit Behinderungen zum Thema Bildung.

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