Samstag, 29. August 2026

Via FB: Geklaut, kopiert und für 100% richtig empfunden von einer unserer Mamas

Ich könnte mit der Pflege meines Kindes Geld verdienen. Aber nur, wenn es nicht mein Kind wäre.

Dieser Satz klingt absurd.

Ist es aber nicht.


Wenn ich ein fremdes schwer pflegebedürftiges Kind betreuen würde, wäre das Arbeit.

Ich würde dafür bezahlt werden.


Für die Zeit.

Für die Verantwortung.

Für die körperliche Belastung.

Für die Medikamente.

Für die Pflege.

Für die Nächte.

Für die Bereitschaft, jederzeit reagieren zu müssen.


Niemand würde zu einer professionellen Pflegekraft sagen:

„Das ist doch keine Arbeit. Das ist schließlich nur ein Kind.“

Und das wäre auch völlig absurd.

Aber wenn ich dieselbe Pflege an meinem eigenen Kind leiste, wird daraus plötzlich etwas ganz anderes.


Dann ist es meine „Aufgabe“.

Meine „Pflicht“.

Schließlich bin ich die Mutter.

Und genau da beginnt für mich die Ungerechtigkeit.

Denn ja.

Ich bin die Mutter.

Ich liebe mein Kind.

Ich würde alles für mein Kind tun.

Aber mein Kind zu lieben bedeutet nicht, dass Pflege keine Arbeit ist.


Liebe macht die Arbeit nicht leichter.

Liebe macht einen 24-Stunden-Tag nicht kürzer.

Liebe verhindert keine Rückenschmerzen.

Liebe gibt einem keine zusätzlichen Stunden Schlaf.

Und Liebe bezahlt auch keine Rechnungen.


Stellt euch einmal folgendes Szenario vor:

Ich gehe arbeiten.

Während ich arbeite, kommt eine Pflegekraft zu uns nach Hause und übernimmt die Versorgung meines Kindes.

Diese Person wird für ihre Arbeit bezahlt.

Ich bekomme für meine Arbeit außerhalb unseres Hauses ebenfalls Geld.

Alles völlig normal.


Niemand fragt, warum die Pflegekraft bezahlt wird.

Niemand sagt:

„Das Kind gehört doch zur Familie.“

Denn wir erkennen an:

Pflege ist Arbeit.

Jetzt tauschen wir nur eine Person aus.

Ich übernehme die Pflege selbst.

Und plötzlich ist es keine Arbeit mehr.

Warum?

Was genau verändert sich?

Die Pflege nicht.

Die Verantwortung nicht.

Der Zeitaufwand nicht.

Die Belastung nicht.

Nur die Person, die sie ausführt.

Ich bin die Mutter.

Und deshalb soll meine Arbeit weniger wert sein?


Das Verrückte daran ist:

Würde ich mein Kind nicht selbst pflegen, müsste jemand anderes dafür bezahlt werden.

Und würde ich stattdessen ein fremdes Kind pflegen, würde ich dafür bezahlt werden.


Das Geld existiert also grundsätzlich.

Die Leistung ist grundsätzlich anerkannt.

Die Tätigkeit ist grundsätzlich als Arbeit definiert.


Nur wenn eine Mutter sie am eigenen Kind übernimmt, scheint plötzlich die Begründung zu lauten:

„Das machst du doch sowieso.“

Ja.

Natürlich mache ich es.


Was wäre die Alternative?

Mein Kind nicht versorgen?

Es seinem Schicksal überlassen?

Natürlich nicht.


Aber dass ich etwas aus Liebe tue, bedeutet nicht, dass es keine Leistung ist.


Wir verwechseln hier etwas ganz Entscheidendes:

Freiwilligkeit und Wert sind nicht dasselbe.

Ich würde mein Kind auch dann pflegen, wenn niemand dafür einen Cent bezahlen würde.

Aber daraus folgt nicht, dass diese Pflege keinen gesellschaftlichen Wert hat.

Und ich möchte eines ganz klar sagen:

Dieser Text richtet sich nicht gegen Pflegekräfte.

Im Gegenteil.

Ich bin dankbar für jeden Menschen, der Pflege übernimmt.


Denn gerade Pflegekräfte zeigen uns doch, dass diese Tätigkeit Arbeit ist.

Dass sie Fachwissen verlangt.

Dass sie Verantwortung bedeutet.

Dass sie körperlich und emotional fordernd sein kann.

Dass sie Zeit kostet.

Dass sie Anerkennung verdient.


Warum sollte all das plötzlich nicht mehr gelten, sobald die Person, die pflegt, die Mutter oder der Vater ist?

Vielleicht sollten wir aufhören, Fürsorge nur dann als Arbeit zu betrachten, wenn jemand eine Rechnung dafür schreiben kann.


Denn hinter jeder professionellen Pflege steht häufig eine Familie, die vorher jahrelang selbst getragen hat.

Unbezahlt.

Unermüdlich.

Oft ohne echte Auszeiten.

Und oft mit dem Gefühl, sich sogar dafür rechtfertigen zu müssen, dass man irgendwann erschöpft ist.

Dabei ist Erschöpfung kein Zeichen dafür, dass man sein Kind nicht liebt.

Sie ist manchmal einfach das Ergebnis davon, dass ein Mensch eine Aufgabe übernimmt, die eigentlich auf mehrere Schultern verteilt werden müsste.


Ich möchte deshalb eine vielleicht unbequeme Frage stellen:

Warum muss eine Mutter ihr eigenes Kind erst jemand anderem überlassen, damit die Pflege dieses Kindes plötzlich als Arbeit anerkannt wird?

Montag, 17. August 2026

Ihr Lieben, wir hoffen ihr hattet einen guten Wochenstart. Ich selbst laboriere immer noch herum.

Der Sommer ist zwar noch nicht vorbei, aber der Herbst klopft schon an.🫶

Die Ferien sind bald vorüber, die Einen freut es,  für die Anderen könnten sie noch viel länger dauern. Ein Trost, die nächsten Ferien kommen bestimmt. 😉

Auch wir kommen von der Sommerpause zurück. Erholung geht anders, die meisten pflegenden Eltern/Angehörigen wissen das nur zu gut, aber man tut was man kann.😉

Unser heuriges "Picknick im Park" wird, aufgrund zu geringer Anmeldungen, NICHT stattfinden. 

Macht aber nichts, macht gar nichts, wir werden das in irgendeiner Form nachholen.

Wer uns schon sehr vermisst hat 😉, der muss trotzdem nicht mehr lange warten.

Ab September findet unser Stammtisch vor Ort ja bereits jeden ERSTEN Dienstag im Monat statt.

Somit treffen wir uns jetzt nach der Sommerpause bereits am 1. September 2026, von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr am neuen Standort in 1190 Wien im Cafe Limoncello, Döblinger Hauptstraße 7 B. Da noch Ferien sind, nehmt eure Kinderlein gerne auch mit.

Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen.

Für unsere Onliner findet zuvor kommenden Samstag, 22.08., von 18.00 Uhr bis 19.00 Uhr wieder unser Online-Stammtisch statt.

Auch hier freuen wir uns schon sehr auf euch.

Ganz liebe Grüße an alle da draußen 

Claudia und Jasmina 🙏

SHG und Initiative #enthindert