Ich möchte hier niemandem auf die Füße treten und mir ist bewusst, dass vermutlich alle Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen.
Ich kenne die Verzweiflung, die Frage nach dem Warum, ob es irgendwie und irgendwann vielleicht doch noch besser wird nur zu gut, haben uns diese Fragen ganz lange selbst begleitet.
Ja, in Österreich ist man mit Therapien und dem Umgang mit Menschen im Autismus Spektrum weit hinterher und es gibt durchaus Länder, in denen man hier mehr Wissen und bessere Angebote hat.
Aber, ich lese es leider immer und immer wieder. Diese Diskussion um ganz bestimmte Therapieansätze nimmt leider kein Ende. Ganz im Gegenteil. Erst heute wieder darüber gelesen.
Da wird über Therapien aus den USA und der Türkei gefachsimpelt was das Zeug hält.
Ich verstehe nur zu gut, dass man in seiner Verzweiflung, damit es dem eigenen Kind besser geht, alles daran setzt auch neue Methoden auszuprobieren und sich auch einreden lassen möchte, dass Autismus heilbar sei.
Nichts von alledem ist erwiesen, bestätigt und entspricht der Tatsache! Ganz im Gegenteil, schadet es Kindern und setzt man sie unnötigem Leid aus.
Bitte 🙏, tut es nicht.
Weder eine Darmspülung mit Bleichmittel, noch eine schmerzhafte Stammzellen-Kur wird den Autismus eurer Kinder heilen und auch nicht lindern und nebenbei könnt ihr das viele Geld, welches diese Therapien verschlingen, auch beim Fenster raus werfen.
Es gibt ganz unterschiedliche Ansätze für Therapien und die einen können bei dem einen Kind vielleicht helfen und lindern und andere wiederum können es nicht.
Wie erwähnt, ich verstehe den Wunsch nach Besserung und Linderung, aber bitte, hört auf hier experimentellen Irrwegen zu glauben. Das erinnert mich an frühere Zeiten, wo man Autisten mit seltsamen Experimenten versucht hat den Autismus "auszutreiben".
Mein Sohn ist Autist und er wird immer Autist bleiben. Es ist nicht immer einfach, weder für ihn, noch für mich. Lange habe ich gehofft und manchmal wünschte ich, er hätte es einfacher und mit den damaligen Therapieansätzen aus der Schule gehe ich auch nicht konform. "Belohnungssystem kann ein guter Ansatz sein (hat bei Dustin funktioniert), "therapeutische Strafen" sind es aus meiner Sicht leider ganz und gar nicht.
Ja, Österreich hat bei seinen Therapieansätzen und dem Wissen um Autismus wirklich Aufholbedarf, trotz der vielen engagierten Therapeuten und Pädagogen, aber bitte, lasst fragwürdige Therapieansätze nicht zu, nur weil euch vielleicht andere Eltern von "scheinbaren Erfolgen" erzählen, während die Kinder sich diesem Wahnwitz aussetzen müssen und sich nicht dagegen stemmen können.
Wir wünschen euch einen schönen Start in die neue Woche. Möge ganz viel Kraft mit euch sein. 🍀
Ganz liebe Grüße an alle da draußen
Dustin und Claudia 🫶